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Oberleitungs-LKW im Klima- und Kosten-Check

Oberleitungs-LKW knnen eine machbare und vergleichsweise kostengnstige Option fr einen zuknftigen klimavertrglicheren Gterfernverkehr auf der Strae sein.

Eine aktuelle Untersuchung des ko-Instituts zeigt, dass sowohl der Aufbau des Oberleitungssystems entlang von Bundesautobahnen als auch die Umstellung der Fahrzeuge auf elektrische Antriebe unter Kosten- und Klimaschutzgesichtspunkten im Vergleich zu den untersuchten Alternativen Vorteile aufweisen. So knnen O-LKW im Jahr 2025 ein Viertel weniger CO2 emittieren als Dieselfahrzeuge - selbst wenn diese in Zukunft deutlich effizienter werden - und bereits innerhalb der typischen Nutzungsdauer von fnf Jahren Kostenvorteile gegenber Dieselfahrzeugen erzielen.

Oberleitungs-LKW mit Vorteilen fr den Klimaschutz

Wichtigster Grund fr den Einsatz von Oberleitungs-LKW im Straengterverkehr ist ihr mglicher Beitrag zum Klimaschutz. Der Vergleich verschiedener Antriebstechnologien hat ergeben, dass elektrische LKW am meisten CO2 einsparen knnen. So knnen O-Lkw im Jahr 2025 25 Prozent weniger klimaschdliches CO2 ausstoen als Dieselfahrzeuge; im Jahr 2030 wren es auf Grund der fortschreitenden Energiewende 32 Prozent weniger. Vergleicht man die O-LKW im Jahr 2030 mit den heutigen Dieselfahrzeugen, knnen die CO2-Emissionen bis dahin sogar halbiert werden. Auerdem weisen die elektrischen Fahrzeugvarianten - rein batterieelektrische und oberleitungsgebundene LKW - die hchste Energieeffizienz auf. Sie bentigen fr die gleiche gefahrene Strecke nur halb so viel Energie wie heutige Lkw mit Verbrennungsmotor und weniger als LKW, die mit strombasierten Kraftstoffen fahren.

Kostenvorteile bei Fahrzeugen und Infrastruktur

Die Analyse zeigt zudem Vorteile fr die Nutzer bei den Kosten fr die neue Technologie: Bereits ber eine typische Nutzungsdauer fr Fern-LKW von fnf Jahren weisen Oberleitungs-LKW im Jahr 2025 geringere Gesamtbetriebskosten als Dieselfahrzeuge auf. Die hheren Anschaffungskosten fr die Fahrzeuge werden ber eine Nutzungsdauer von fnf Jahren durch geringere Energie- und Wartungskosten mehr als kompensiert.

Auch der Aufbau der Oberleitungsinfrastruktur entlang der Autobahnen ist mit berschaubaren Investitionen verbunden. Der Aufbau eines 4.000 km Netzes bis zum Jahr 2030 wre mit circa 20 Prozent der aktuellen jhrlichen Mauteinnahmen finanzierbar. Auch im Vergleich zu anderen Infrastruktur-Gro߭projekten wie dem Breitbandausbau bleiben die Gesamtkosten berschaubar.

"Unser Vergleich der Technologien zeigt klare Vorteile der Oberleitungs-LKW gegenber dem Diesel bei der Wirtschaftlichkeit fr die Nutzer und dem Klimaschutz", fasst Florian Hacker, Projektleiter am ko-Institut zusammen. "Ob die Technologie ein Erfolg wird, hngt jedoch vor allem von den Anreizen ab, die die Politik fr einen klimafreundlichen Gterverkehr der Zukunft setzt und ob sie eine gestaltende Rolle beim Infrastrukturaufbau bernimmt."

Hintergrund: Treibhausgasemissionen im (Gter-)Verkehr

Laut "Klimaschutzplan 2050" der Bundesregierung sollen die Treibhausgasemissionen des Verkehrssektors bis zum Jahr 2030 um 40 bis 42 Prozent im Vergleich zu 1990, also auf 95 bis 98 Millionen Tonnen sinken. Mit Blick auf das Pariser Klimaschutzabkommen mssen die CO2-Emissionen des Verkehrs langfristig praktisch auf null sinken. Der derzeitige Trend zeigt in eine andere Richtung: In den letzten Jahren sind die Treibhausgasemissionen des Verkehrs weiter angestiegen. Sie lagen im Jahr 2017 bei mehr als 170 Millionen Tonnen. Davon werden rund 40 Millionen Tonnen von Nutzfahrzeugen, also Lkw mit einem zulssigen Gesamtgewicht von mehr als 3,5 Tonnen, verursacht.

Hintergrund: Oberleitungs-LKW

Oberleitungs-Lkw verfgen ber einen Stromabnehmer und einen elektrischen Antrieb und knnen somit auf Streckenabschnitten mit Oberleitung mit Strom fahren. Ein ergnzender Verbrennungsmotor oder eine grere Batterie stellen sicher, dass das Fahrzeug auch jenseits der Oberleitung fahren kann. Somit ist ein flchendeckendes Oberleitungsnetz keine zwingende Voraussetzung. Die externe Stromversorgung ermglicht den elektrischen Betrieb von Fern-Lkw ber lange Strecken ohne auf groe, kostspielige und schwere Batteriespeicher und lange Standzeiten zur Batterieladung angewiesen zu sein. Oberleitungs-LKW fahren im elektrischen Betrieb lokal emissionsfrei. CO2-Emissionen entstehen auf den Teilstrecken, die mit Verbrennungsmotor berbckt werden sowie bei der Stromerzeugung.

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