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Stromkosten im Hartz-IV-Satz zu gering bercksichtigt

Auch im kommenden Jahr erhalten Hartz-IV-Empfnger zu wenig Geld fr Strom. Nach Berechnungen des Verbraucherportals Verivox beluft sich der Fehlbetrag fr Alleinlebende auf durchschnittlich 50 Euro. Die vielen Haushalte in der Grundversorgung mssen sogar einen Fehlbetrag von 101 Euro pro Jahr hinnehmen.

Regelsatz zu knapp bemessen

Zum 1. Januar 2019 steigt der Regelsatz fr Alleinlebende um 8 Euro auf 424 Euro pro Monat. Davon sind rein rechnerisch 35,77 Euro zur Begleichung der Stromrechnung vorgesehen. Die tatschlichen Stromkosten eines Singlehaushalts mit einem Verbrauch von 1.500 Kilowattstunden belaufen sich im Bundesdurchschnitt jedoch auf monatlich 39,91 Euro das sind 11,6 Prozent mehr als im Regelsatz zugebilligt.

Fr Hartz-IV-Empfnger, die Strom aus der Grundversorgung beziehen, ist die Finanzierungslcke noch deutlich grer. Hier bersteigen die tatschlichen Stromkosten von 44,16 Euro monatlich den Regelsatz um 23,5 Prozent.

Ostdeutsche zahlen am meisten drauf

Die Kluft zwischen Bedarf und Regelsatz ist regional unterschiedlich. In Brandenburg mssen alleinlebende Hartz-IV-Empfnger in der Grundversorgung jeden Monat 46,25 Euro fr Strom aufwenden und damit 29,2 Prozent mehr als im Hartz-IV-Satz vorgesehen. In Schleswig-Holstein belaufen sich die Kosten auf 46 Euro (+ 28,6 Prozent), in Thringen auf 45,58 Euro (+ 27,5 Prozent). Die geringste Zuzahlung aus eigener Tasche mssen Hartz-IV-Empfnger in Bremen leisten. Der Fehlbetrag betrgt hier 8,9 Prozent.

Durchschnittlich 101 Euro pro Jahr mssen grundversorgte Hartz-IV-Empfnger an anderer Stelle abknapsen, um ihre Stromrechnung zu bezahlen. In Brandenburg sind es sogar 125 Euro, erklrt Mathias Kster-Niechziol, Energieexperte bei Verivox.

Mangelnde Bonitt erschwert den Anbieterwechsel

Seit der Einfhrung von Hartz IV im Jahr 2005 ist der Regelsatz schrittweise um rund 23 Prozent gestiegen (von 345 Euro auf 424 Euro). Die Strompreise haben sich im gleichen Zeitraum um durchschnittlich 50 Prozent verteuert, in der Grundversorgung sogar um 65 Prozent.

Mit einem Anbieterwechsel knnten Hartz-IV-Empfnger ihre Kosten senken. Doch viele Stromanbieter prfen vor Vertragsabschluss die Bonitt der Kunden und behalten sich vor, die Belieferung abzulehnen. Damit bliebe den rmsten Verbrauchern ein zentraler Weg zu sinkenden Stromkosten versperrt. Sie mssen in der Grundversorgung verharren und zahlen dort die hchsten Strompreise.

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