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Projekt "Transparenz Stromnetze" zeigt: Netzausbau bentigt klares Energiewende-Konzept

Die Energiewende zgig strukturieren, Effekte einer Dezentralisierung umfassender analysieren und ein Expertengremium Netze einrichten: Dies sind einige der bergeordneten Empfehlungen des Projekts Transparenz Stromnetze, dessen Ergebnisse nun in der Broschre Transparenz Stromnetze Stakeholder-Diskurs und Modellierung zum Netzausbau und Alternativen ffentlich zur Verfgung stehen. Im vom Bundesministerium fr Bildung und Forschung gefrderten Projekt hat das ko-Institut Entwicklungsszenarien im Stromsektor untersucht, die ber den aktuellen Netzentwicklungsplan hinausreichen.

Zu den wichtigsten untersuchten Szenarien gehren der Verzicht auf die HG-Leitung (Hochspannungs-Gleichstrombertragung) Sdostlink, der zgige Kohleausstieg, die dezentrale Energiewende sowie der Ausbau der Stromerzeugung aus erneuerbaren Energien auf 85 Prozent des Bedarfs. Alle Szenarien wurden in einem Partizipationsprozess von verschiedenen Interessensgruppen definiert und nach der Analyse des ko-Instituts intensiv diskutiert.

Die aktuellen Szenarien des Netzentwicklungsplans sind ambitionierter als frhere Varianten, hebt Christof Timpe, Leiter des Bereichs Energie & Klimaschutz am ko-Institut, hervor. Doch gibt es auch weiterhin kein Szenario, das die Verpflichtung zur CO2-Minderung abbildet, die sich fr Deutschland aus der Klimaschutz-Vereinbarung von Paris ergibt.

Politische Entscheidungen zur Energiewende dringend notwendig

Um ber einen geeigneten Aus- und Umbau des Stromnetzes entscheiden zu knnen, empfiehlt das ko-Institut mit Blick auf Bundesregierung und Bundestag, die anstehenden Schritte der Energiewende zgig zu definieren. Dazu bedarf es rascher energie- und klimapolitischer Entscheidungen nicht nur ber die quantitativen Ziele fr die Minderung von Treibhausgasen, sondern auch ber den weiteren Ausbau der erneuerbaren Energien und einen baldigen Kohleausstieg. Solange unklar ist, ob im Jahr 2030 Kohlekraftwerke mit einer Leistung von null oder ber 30 Gigawatt Leistung betrieben werden und die Spannweite der erneuerbaren Erzeugungsleistung bei 150 bis 220 Gigawatt liegt, kann eine sachgerechte Netzplanung kaum gelingen, so Timpe. Auch wenn der Netzausbau nicht grundstzlich in Frage zu stellen ist, so besteht doch das Risiko, dass das Netz anders ausgebaut wird, als es spter tatschlich bentigt wird.

Reduzierter Netzausbau erfordert ehrliche Debatte

Kritiker der aktuellen Netzentwicklungsplne verweisen darauf, dass durch eine dezentral ausgestaltete Energiewende ein Teil des Netzausbaus vermieden werden knnte. Es gibt in der Tat Hinweise, dass durch eine stark dezentral ausgeprgte Energiewende einzelne Elemente des heute geplanten Netzausbaus vermieden oder zumindest zeitlich verschoben werden knnten, so Timpe. Dies wre aber nur mglich, wenn wir uns gesellschaftlich darauf verstndigen knnten, einen sehr starken Zubau von Windkraftanlagen nahe der Zentren des Stromverbrauchs zu akzeptieren. Eine ehrliche und fundierte Debatte darber, ob zu Teilen des Netzausbaus realistische Alternativen bestehen, hat aus der Sicht des Wissenschaftlers bisher jedoch kaum stattgefunden.

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