Jamaika-Sondierungen zu Energie und Klima: Kohlestrom halbieren, Erneuerbaren Strom verdoppeln

Die Klimaziele sind nur mit einer Verdoppelung des Ausbaus von Wind und Solarenergie zu erreichen. Die Deutsche Umwelthilfe (DUH) fordert Sofortmanahmen bis 2020 und neue Ausbauziele fr erneuerbare Energien bis 2030.

Um den CO2-Ausstoss bis 2020 um 40 Prozent gegenber 1990 zu reduzieren, mssen erneuerbare Energien doppelt so schnell ausgebaut werden wie bisher. Die Umwelt- und Verbraucherschutzorganisation ruft die Koalitionre in Berlin auf, das Klimaziel erreichbar zu machen. Das bedeutet mindestens eine Halbierung der Kohlestromerzeugung von derzeit 260 Milliarden Kilowattstunden, um damit 130 Millionen Tonnen des Treibhausgases CO2 einzusparen. 130 Milliarden Kilowattstunden mssen dann aus erneuerbaren Quellen kommen.

"Der Ausstieg aus der Kohle ist der effektivste Weg, um CO2-Emissionen zu reduzieren. Mit kurzfristigen Sofortmanahmen fr Erneuerbare knnen Teile des wegfallenden Kohlestroms ersetzt werden", sagt Sascha Mller-Kraenner, Bundesgeschftsfhrer der DUH. Beispielsweise knnten bereits genehmigte Windprojekte, die bei den letzten Ausschreibungen nicht zum Zuge gekommen sind, den Ausgleich leisten. So sind in Sddeutschland nur sehr wenige Projekte in der Ausschreibung erfolgreich gewesen.

"Die ausgeschriebene Menge an Windkraft an Land muss von jetzt 2900 auf 5800 Megawatt netto pro Jahr verdoppelt werden. Das entspricht etwa 2000 neuen Anlagen pro Jahr", rechnet Peter Ahmels, Leiter Energie und Klimaschutz bei der DUH vor. In den letzten Ausschreibungsrunden hat sich gezeigt, dass im Sden nur noch ganz wenige Windmhlen einen Zuschlag bekommen. Die neue Bundesregierung muss diese Schieflage beseitigen. Auch der Offshore-Zubau muss aus Sicht der DUH von jetzt etwa 900 Megawatt auf 1800 Megawatt pro Jahr verdoppelt werden. Bei Solarenergie mssen 5000 Megawatt statt wie bisher 2500 Megawatt pro Jahr installiert werden.

Die DUH fordert, die Verdoppelung des Ausbautempos der Erneuerbaren bis mindestens 2030 beizubehalten. Nur so knne der weitere Ausstieg aus der Kohle und auch der restliche Atomausstieg ab 2022 kompensiert werden. Der Atomausstieg schlgt mit 85 Milliarden Kilowattstunden zu Buche, die durch Erneuerbare ersetzt werden mssen.

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