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2017 ist das teuerste Stromjahr aller Zeiten

Noch nie zuvor mussten Verbraucher so viel fr Strom bezahlen wie in diesem Jahr. Der Preis fr eine Kilowattstunde (kWh) hat mit 28,18 Cent im Jahresmittel ein neues Rekordhoch erreicht. Das hat eine Auswertung der Tarifexperten von Verivox ergeben.

Stromrechnung hat sich in 10 Jahren um ber 300 Euro erhht

Gegenber dem Vorjahr hat sich Strom um durchschnittlich knapp 3 Prozent verteuert. Fr eine dreikpfige Familie mit einem Verbrauch von 4.000 kWh ist das gleichbedeutend mit Mehrkosten in Hhe von rund 30 Euro. Auf Fnfjahressicht beluft sich der Preisanstieg auf 13 Prozent (+ 130 Euro), in der 10-Jahresbetrachtung auf ber 38 Prozent (+ 313 Euro).

Bereits seit 2013 bewegt sich der Strompreis auf hohem Niveau, sagt Mathias Kster-Niechziol, Energieexperte bei Verivox. Im laufenden Jahr haben aber wieder viele Versorger ihre Preise erhht, so dass der Strompreis im Jahresmittel ein neues Allzeithoch markiert.

Darum ist der Strompreis so stark gestiegen

Hauptgrund fr die Strompreisexplosion ist die stark gestiegene Abgabenlast zur Frderung der Energiewende und damit einhergehend die steigenden Kosten fr Ausbau und Betrieb der Stromnetze. Steuern, Umlagen und Abgaben machen inzwischen rund 56 Prozent der Stromrechnung aus. Die Netzkosten schlagen mit rund 25 Prozent zu Buche. Beschaffung, Marge und Vertrieb also die Kosten, die ein Stromversorger selbst beeinflussen kann liegen nur bei knapp einem Fnftel (19 Prozent).

Ersparnis durch Anbieterwechsel verdoppelt

Eine dreikpfige Familie, die heute aus der Grundversorgung zum gnstigsten Tarif mit verbraucherfreundlichen Bedingungen wechselt, entlastet die Haushaltskasse aktuell um 404 Euro. Vor zehn Jahren sparte dieselbe Familie mit einem Wechsel nur halb so viel, nmlich 200 Euro pro Jahr. Gleichzeitig haben Verbraucher eine grere Auswahl. Whrend sie 2007 zwischen durchschnittlich 33 Anbietern pro Postleitzahl whlen konnten, sind es aktuell 171 Anbieter.

Der Wettbewerbsdruck ndert zwar nichts an den hohen Abgaben auf Strom. Dennoch knnen Verbraucher durch einen Wechsel des Anbieters an sinkenden Beschaffungspreisen teilhaben und so ganz einfach ihre Stromrechnung senken, so Kster-Niechziol weiter.

Verbraucher verschenken ber 9 Milliarden Euro pro Jahr

Wer sich noch nie um einen gnstigeren Stromanbieter gekmmert hat, wird zu den Preisen des Standardtarifs des rtlichen Grundversorgers beliefert. Dieser Tarif ist sehr teuer, kann aber jederzeit gekndigt werden. Laut dem Monitoringbericht der Bundesnetzagentur beziehen trotzdem immer noch 32 Prozent der Haushalte Strom zu den Bedingungen der Grundversorgung. 43 Prozent haben einen Sondertarif des rtlichen Grundversorgers. Wrden all diese Verbraucher zum gnstigsten Anbieter wechseln, knnten pro Jahr ber 9 Milliarden Euro eingespart werden.

Trotz dieser Einsparmglichkeiten verharrt ein Drittel der Haushalte in Deutschland immer noch in der teuren Grundversorgung, beobachtet der Energieexperte Mathias Kster-Niechziol. Immer wieder wird die Sorge laut, dass durch den Anbieterwechsel fr eine Weile der Strom abgestellt werden knnte. Dabei ist die unterbrechungsfreie Stromversorgung gesetzlich garantiert.

Bundeslandvergleich Hier war der Anstieg besonders gro

Zwar ist Strom in den letzten zehn Jahren flchendeckend teurer geworden aber nicht berall gleich stark. Besonders gro war der Strompreisanstieg in den Stadtstaaten Hamburg (49 Prozent) und Berlin (48 Prozent). berdurchschnittlich teurer wurde es auerdem in Schleswig-Holstein, Bayern (beide 43 Prozent) und Hessen (40 Prozent). Am geringsten fiel der Anstieg in Bremen aus (27 Prozent), gefolgt von Sachsen (32 Prozent) und Sachsen-Anhalt (34 Prozent).

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