Deutsch-französisches Geothermie-Kraftwerk startet kommerziellen Betrieb

In Mitteleuropa stecken 5% der natürlichen Erdwärmevorkommen in Thermalwasserschichten, aber 95% im Tiefengestein. Um auch die Wärme im Gestein nutzen zu können, sind neue, aufwendige Konzepte und Technologien erforderlich. Daher arbeiten Wissenschaftler in einem deutsch-französischen Kooperationsprojekt in Soultz-sous-Forêts zusammen. Das BINE-Projektinfo „Deutsch-Französische Geothermieanlage vollendet“ (10/2017) stellt das neu errichtete Kraftwerk in den Mittelpunkt.

Wissenschaftliche Messungen in Soultz-sous-Forêts laufen weiter

Neben dem neuen Kraftwerk gingen auch die wissenschaftlichen Untersuchungen am geothermischen Reservoir weiter. Dazu gehören Themen wie Korrosion und Ablagerungen, geothermische Pumpen sowie zum Umgang mit natürlichen Radionukleiden.

Zwei Energieversorgungsunternehmen aus Frankreich und Deutschland haben 2016 in Soultz-sous-Forêts ein neues kommerzielles Kraftwerk in Betrieb genommen. Es ersetzt ein altes Forschungskraftwerk aus dem Jahr 2008. Die neue Anlage ist besser als der Vorgänger auf die örtlichen geothermischen Gegebenheiten ausgelegt. Die Anlage speist jährlich rund 12 Millionen Kilowattstunden Strom ins französische Netz ein. Das Kraftwerk nutzt ca. 160 °C heißes Wasser, das in einem geschlossenen Kreislauf aus 5.000 m Tiefe über eine Bohrung an die Oberfläche gelangt. Anschließend wird das Wasser mit allen Inhaltsstoffen über zwei andere Bohrungen wieder in die ursprüngliche Gesteinsschicht gepresst. Die Region bietet sich für die geothermische Energieerzeugung besonders an, weil dort die Temperatur in 1.000 m Tiefe bereits das Zweieinhalbfache des mitteleuropäischen Durchschnitts beträgt.

Das Kraftwerk arbeitet nach dem Organic-Rankine-Cycle (ORC) Verfahren und kann dadurch Wärme auf einem vergleichsweise niedrigen Temperaturniveau zur Stromerzeugung nutzen. Ein organisches Arbeitsmittel zirkuliert in einem sekundären Kreislauf und kann Wärme aufnehmen bzw. wieder abgeben. Die Energieversorger Electricité de Strasbourg (ES) und Energie Baden Württemberg (EnBW) betreiben das neue Geothermie-Kraftwerk gemeinsam.

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