Teurer Heizstrom belastet viele Verbraucher

Der Strompreisanstieg ist für viele Verbraucherinnen und Verbraucher mit Nachtspeicherheizungen und elektrischen Direktheizungen eine große Belastung. Das ist das Ergebnis einer bundesweiten forsa-Umfrage im Auftrag der Verbraucherzentrale Rheinland-Pfalz bei mehr als 500 Haushalten mit Stromheizung.

„54 Prozent der Haus- und Wohnungseigentümer sind mit den Heizkosten ihrer Stromheizung unzufrieden“, sagt Elke Dünnhoff, Projektleiterin bei der Verbraucherzentrale Rheinland-Pfalz. „Bei Mietern sind es sogar 65 Prozent.“ Mehr als 1,4 Millionen Haushalte in Deutschland heizen mit Strom. Dreiviertel der Befragten nutzen Nachtspeicherheizungen, mehrheitlich als Einzelöfen. Die hohen Heizstrompreise führen in den befragten Haushalten im Schnitt zu Heizkosten von 154 Euro monatlich, allerdings mit einer großen Streuung. Die höchsten ermittelten Heizstromkosten lagen bei mehr als 400 Euro pro Monat. Dabei heizen die meisten Haushalte mit Stromheizung bereits extrem sparsam. 45 Prozent der Hausbesitzer heizen zusätzlich mit Holz. „Die Handlungsmöglichkeiten der Mieter sind dagegen begrenzt und häufig mit Komfortverlust verbunden“, so Dünnhoff. „Fast die Hälfte der Mieter heizt nur einen Teil der Räume. 14 Prozent heizen die Wohnräume auf weniger als 20 Grad.“

In Zukunft kommen auf viele Stromheizer noch weitere Kosten zu. Denn knapp die Hälfte von ihnen verbraucht mehr als 10.000 Kilowattstunden Heizstrom jährlich. In diesen Haushalten können Energieversorger ab 2017 einen Smart Meter zur Verbrauchsmessung einbauen, mit Zusatzkosten von bis zu 130 Euro jährlich. „Welche Vorteile das den Betroffenen bringt, ist jedoch fraglich“, so Energieexpertin Dünnhoff. Stromheizungen werden oftmals als vermeintlich umweltfreundliche und zukunftsfähige Heizsysteme beworben. Gut 40 Prozent der Stromheizer kennen die Werbeaussage, dass Nachtspeicherheizungen in Zukunft als moderne Speicherheizungen den Überschussstrom aus Windkraftanlagen aufnehmen können. Die Hälfte der Befragten findet das auch glaubwürdig: Aus Sicht der Verbraucherzentrale ist das bedenklich, da es bisher kein einziges konkretes Angebot eines Energieversorgers dazu gibt.

Ein Viertel der Haus- und Wohnungseigentümer mit Nachtspeicherheizungen hätte Interesse an einem Austausch des Heizsystems. Das ist jedoch häufig aufwändig und kostenintensiv – vor allem wenn Heizkörper, Rohrleitungen und Schornstein im Haus fehlen. Verbraucher wünschen sich in erster Linie eine unabhängige Beratung über mögliche Alternativen, gefolgt von besseren Fördermöglichkeiten für die Umstellung.

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